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A-League
Wellington Regional Stadium, 6429 Zuschauer
Ground No. 1305
Länderpunkt No. 63

Wellington
Phoenix spielt als einziges Team aus Neuseeland in der Australischen A-League
mit und ich liebäugelte schon bei der Planung der Reise mit dieser Partie, da
damals der Spielplan der neuseeländischen Liga noch nicht feststand. Das
Stadion liegt unweit von Stadtzentrum am Hafen und ist zu Fuss in 10 Minuten
vom Hauptbahnhof erreichbar. Die heutige Partie gegen die Newcastle Jets (aus
dem Bundesstaat New South Wales, in der „Nähe“ von Sydney) war auch ein Spiel
der Wiedergutmachung, da Phoenix das letzte Spiel beim Sydney FC gleich mit 1:7
verlor. So startete der Gastgeber auch fulminant in die Partie und erzielte in
der 21. Minute den Führungstreffer, welcher von den Fans mit „we want seven, we
want seven“-Sprechgesängen gefeiert wurden. Der Fanblock „Yellow Fever“
(wahrscheinlich in Anlehnung an den coolsten Dachverband der Welt benannt)
bestand aus einer ca. 500köpfigen Truppe, welche zu Spielbeginn noch
vielversprechend im britischen Stil supportete, jedoch während dem Spiel immer
lauer wurde. Schade, da war doch einiges an Potenzial vorhanden. Newcastle-Fans
waren ca. 20-30 anwesend, welche nur gerade in den Anfangsminuten
stimmungsähnliche Bemühungen starteten. Ob diese alle aus Australien angereist
waren, entzieht sich jedoch meiner Kenntnis.
In den Reihen von den Newcastle Jets
stand mit Emile Heskey ein prominenter Spieler in den Reihen, welcher
seinen Ruf als Chancentod sogleich bestätigte. Die Phoenix-Fans sangen noch
hämisch „Heskey, give us a wave“, was dieser jedoch ignorierte. Stattdessen
rächte er sich zehn Minuten vor Schluss mit dem Ausgleichstreffer zum 1:1
Endstand.


Das
Stadion ist ein grosses Oval, in welchem das Spiel mit dem ovalen Ball auch im
Vordergrund steht. Es besteht aus nur einem Rang, welcher auch nicht allzu hoch
ist, die Ränge sind recht flach ausgelegt. So sieht man sogar den obersten
Stock der Kreuzfahrtschiffe, welche in Wellington halt machen.
Nach
leider sehr regnerischen letzten Tagen in Australien (die Vorboten der
Überschwemmungen in Queensland) brachte uns Virgin Airways in 3 ½ Stunden in
die Hauptstadt Neuseelands. Der Anflug auf den kleinen Flughafen ist
spektakulär, da die Landebahn sehr kurz ist und von beiden Seiten her mit
Wasser umschlossen ist. Keine Sache für Hobbypiloten also. Für die Einreise
nach Neuseeland benötigt man keine Online-Registrierung oder dergleichen,
einfach die Immigration Card ausfüllen und Ausreiseticket vorweisen. Dafür
schienen die Zollkontrollen noch strenger als in Australien zu sein, nahezu
alle Koffer wurden gründlich gecheckt. Der Flughafen ist nur ca. 7 Kilometer
vom Zentrum entfernt und mit einem Flughafenbus gut erschlossen. Die
Pfennigfuchser unter euch könnten die Strecke sogar erlaufen, gell Lukas!

Wellington
wirkte im Gegensatz zu den australischen Städten geradezu dörflich, aber wir
fanden die Stadt auf Anhieb toll. Man kann Wellington ohne Probleme zu Fuss
erkunden, als Ausgangspunkt empfiehlt sich der wunderschön malerische Hafen mit
seinen zahlreichen Restaurants und vielen Orten zum Verweilen. Ganz in der Nähe
ist auch das Nationalmuseum Te Papa, welches man unbedingt besuchen sollte,
tolle Ausstellungen und das ganze erst noch für Gratis. Zu meiner Freude war
gleichzeitig eine Sonderausstellung über Videospiele mit zahlreichen Konsolen
von den 70er Jahren bis heute zum Spielen, was für ein Traum (es sei denn, du
bist die eher uninteressierte Begleitperson)! Am Sonntag besuchten wir einen
phantastischen Markt gleich am Hafen, wo wir aufgrund einer sagenhaften Auswahl
an Essen die Qual der Wahl hatten. Wellington ist übrigens sehr bekannt für das
grosse kulinarische Angebot, es hat unglaublich viele Restaurants in allen
Preisklassen und eine höhere Dichte an Bars und Restaurants als New York. Gleich
daneben konnte man sich am Ufer des Oriental Bay abkühlen, inklusive
Sandstrand. Sportlich wie wir sind mieteten wir noch Kajaks am Hafen (nur um zu
merken, dass wir doch nicht so sportlich sind). Wer einen schönen Ausblick auf
Wellington und die Anflüge auf den Flughafen geniessen möchte, dem sei die
Besteigung des Mount Victoria empfohlen.
Dies ist sowohl zu Fuss (ein bisschen anstrengend) als auch mit dem Bus
möglich. Weniger anstrengend war die Fahrt mit dem Cable Car zum botanischen
Garten, wo man ebenfalls einen guten Ausblick über Wellington erhält, jedoch
ist derjenige vom Mount Victoria zu favorisieren. Zu guter Letzt besuchten wir
noch das beindruckende Reservat Zealandia, wo viele neuseeländische
Traditionstiere in einem geschützten Rahmen (gigantischer Zaun um das ganze
Schutzgebiet) leben. Hier kann man den
Kiwi – seineszeichen Nationalsymbol von Neuseeland – in freier Natur während
einer Nachtexpedition mit speziellen Nachtsehgeräten bestaunen. Ein herziges,
kleines Tierlein, auch wenn diese Meinung nur von 50% meiner Reisegruppe
geteilt wird. Ich fand es toll, aber evtl. war die Messlatte nach Koalas und
Känguruhs bei der anderen Hälfte der Gruppe etwas zu hoch :-)

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| Lady Musgrave Island |
Trotz
der geographisch nicht idealen Lage Brisbanes (der Bundesstaat Queensland ist
riesig, wie es sich für Australien gehört) für einen Besuch des Great Barrier
Reefs wollten wir diesem Weltwunder unbedingt einen Besuch abstatten. Aufgrund
von Flugüberdruss entschieden wir uns für einen Ausflug zum südlichsten Teil
des riesigen Riffs. Diese Region ist touristisch weniger erschlossen als der
nördliche Teil, bei welchem meistens Cairns als Ausgangspunkt für Ausflüge zum
Reef dient. Unser Ziel war der Ort mit dem klangvollen Namen Town of 1770. Am
Montag in aller Frühe und nach wenig Schlaf startete unsere Reise in Brisbane
mit einer uns empfohlenen Tour, wo uns ein liebenswerter, aber aufgedrehter
Tourleiter mit dem schönen Namen Harry Merkel (deutsche Vorfahren, dass Angie
seine Tante sei, nahmen wir ihm nicht ab) in Empfang nahm. Dank ihm lernten wir
eine weitere wichtige Lektion im Backpacker-Leben: Wenn der Tourguide frühmorgens
(zu) gutgelaunt und in einer aussergewöhnlichen Lautstärke seine Leute abholt
und begrüsst, eine rosarote Perücke trägt und aus dem Bus Mambo Number 5 in der
Endlosschleife dröhnt, dann hat dies schon seine Gründe. Wähle deshalb NICHT
die vordersten Plätze im Bus, auch nicht wenn sie mit viel Beinfreiheit und
Platz locken. Und garantiert nicht, wenn du in der vorderen Nacht nur zwei
Stunden geschlafen hast. Da ich dies aber nun erst beim Schreiben dieser Zeilen
wirklich realisiere, sollte uns Harry fortan unterhalten, er war ein
ausserordentlich lieber Kerl, aber wir waren wirklich müde. Im Halbschlaf hörte
ich seinen Ausführungen zu und träumte von einer Begehung des Jakobsweges mit
einer Gruppe von Taubstummen. Aber alles halb so schlimm wie ich es hier
ausführe, schliesslich erreichten wir nach etwas mehr als 6 Stunden Agnes Water
resp. Town of 1770 (die Ortschaften liegen so nahe beisammen, dass ich jeweils
nicht wusste wo wir waren). Am schönen Strand liessen wir den Abend gemütlich
ausklingen.
Die
Spirit of 1770 sollte uns heute von Town of 1770 auf die Lady Musgrave Island
bringen, die zweitsüdlichste Insel des Great Barrier Reefs. Dieser Spass sollte
mit dem Schiff rund zwei Stunden dauern und aufgrund unserer seriösen Touri-Vorbereitung
wussten wir beim Lesen der Worte „we recommend taking motion sickness tablets
at 7am“, dass die Reise auf dem offenen Meer wohl keine 08/15 Kreuzfahrt wird.
Dachte ich beim Starten des Schiffes noch, dass die Schaukelei ein kleiner Gag
des Kapitäns sei, wurde schnell mal klar, dass der starke Wellengang nun zwei
Stunden andauern würde. Ich habe auf den Galapagos und den Philippinen schon
ein paar nicht so schöne Schifffahrten erlebt, aber die heutige Fahrt war
sofort auf Platz Nummer 1 der mühsamen Überquerungen. Glücklicherweise hatten
wir Plätze an Deck und die Pillen inkl. Lollipops zeigten Wirkung. Leider
fühlten sich nicht alle so gut wie wir und so erreichten gerade die Kinder eine
beinahe 100% Kotzquote, die Erwachsenen hielten immerhin ca. zur Hälfte durch.
Die arme Crew war somit die ganze Zeit beschäftigt, Kotztüten herumzureichen
und wieder einzusammeln und den Kindern Lollipops auszuteilen. Sah aber sehr
routiniert aus, wird wohl immer so sein. Nach zwei Stunden Tortur erreichten
wir endlich die Lady Musgrave Island, eine wunderbare Insel, welche vom Riff
und einer Lagune geschützt ist und somit das Schnorcheln auch für Weicheier wie
uns ermöglichte. Während wir von den gesehenen Fischen und Schildkröten
(letztere suchten wir vergeblich, obwohl mehrfach stolz angekündigt) eher
enttäuscht waren, konnte das Reef vollends überzeugen: Wunderbare prächtige
Korallen in allen Farben entschädigten für die üblen Gerüche auf der Hinfahrt.
So frönten wir den ganzen Tag über der Schnorchlerei und unternahmen noch eher
weniger überzeugende Fahrten mit einem Glass-Bottom Boat und einem
Korallenerkundigungsboot. Die Rückfahrt sollte aufgrund des umgekehrten
Wellengangs oder so viel entspannter sein und dies wäre auch wohl so gewesen.
Aber der Kapitän war mächtig stolz auf sein Gefährt und liess so die gesamte
Kinderschar des Schiffes mal ans Steuer und intervenierte auch nicht, wenn
diese das Steuer voller Freude 360 Grad herumdrehten. Am Anfang fanden wir das
ja auch noch süss und herzig und ich wäre auch fast noch betteln gegangen, das
Schiff mal zu steuern zu dürfen. Wenn man dann aber mal eine Stunde nur noch
Kurven dreht und das Schiff stetig wackelt, dann hört die Kinderliebe auch mal
auf J
Am
Mittwoch ging es dann inkl. Wagenpanne und Verspätung wieder nach Brisbane
zurück. Wir stoppten auf beiden Wegen jeweils in der Stadt Bundaberg, welche
leider ein paar Tage später völlig überschwemmt wurde. Wie bereits in Jakarta
hatten wir das Glück, einen Ort kurz vor einer gravierenden Überschwemmung
verlassen zu haben. (so wurde auch die nächste Tour nach der unsrigen
abgesagt).
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| Skyline Brisbane |
Für
eine Woche sollte nun Brisbane in Queensland unser Ausgangspunkt für den
Ausflug ans Great Barrier Reef und die Weiterreise nach Neuseeland sein. Brisbane
ist nach Sydney und Melbourne zwar die drittgrösste australische Stadt, aber in
meinen Augen um einiges kleiner und übersichtlicher als auch gemütlicher und
weniger hektisch. Jedoch sind in der Stadt die Ausflugsziele und
Sehenswürdigkeiten auch rarer gesät. Alles ist gut zu Fuss erkundbar, das
Stadtzentrum liegt auf einer Landzunge, welche vom Brisbane River umschlossen
ist. An der Queen Street und den Nebenstrassen gibt es tolle Läden und
Cafés/Restaurants. Weiter südlich befindet sich der grosse botanische Garten,
welcher bis zur Goodwill Bridge verläuft. Nach der Überquerung der Brücke
befindet man sich in South Brisbane bei der Southbank, welche ein tolles
Panorama auf die Skyline Brisbanes bietet und in Flussnähe kann man wunderbar
flanieren. Highlight dieser Gegend ist sicherlich die künstlich angelegte Beach
inkl. Sandstrand und Pools, dies mitten in der Stadt! Alles in allem ist
Brisbane eine schöne Stadt, in der man sicher 2-3 Tage verweilen kann und guter
Ausgangspunkt sowohl für die Gold Coast als auch Fraser Island ist.
