Donnerstag, 17. September 2009

SK Rapid Wien-Hamburger SV 3:0

Gruppenphase Europa League
Ernst Happel Stadion, 50'000 Zuschauer
Ground No. 1025

Auf dem Weg in die Gruppenphase der neu gegründeten Europa League hat Rapid Wien überzeugt und zuletzt Aston Villa ausgeschaltet. Nun befindet dich Rapid Wien mit dem HSV, Celtic und Hapoel Tel Aviv in einer äusserst attraktiven Gruppe. Aus diesem Grund ist es eigentlich logisch, dass die Spiele der Gruppenphase im grossen Ernst Happel Stadion stattfinden. Ich treffe mich am Morgen mit dem HSV-Asi Lüku und besuche mit ihm Märcu, einen Kollegen, der in Wien studiert. Während Lüku in den HSV-Block geht, beziehe ich meinen Platz auf der Gegentribüne in der Nähe der HSV-Fans. Das heutige Spiel war schnell ausverkauft und man sieht deutlich, dass Rapid der beliebteste Verein Wiens und auch ganz Österreichs ist. Der Support von Rapid wird als einer der besten im deutschsprachigen Raum gesehen, und die Ultras Rapid 1988 sind eine der bekanntesten Ultragruppierungen in Westeuropa überhaupt. Daher bin ich gespannt, wie der Support in einem solch grossen Stadion mit Laufbahn rüberkommt. Die Kurve überzeugt mit durchgängigem Support und ständiger Bewegung. Zu Beginn des Spieles präsentieren die Rapid Fans eine Choreo mit drei Blockfahnen im ganzen Hintertorbereich. Dazu wird ein Spruchband mit “Wien regiert, Rapid marschiert, ganz Europa wird paniert!” präsentiert. Der Rest des Publikums weiss mich jedoch nicht so sehr zu überzeugen. An der Lautstärke gibt es nichts auszusetzen, das Publikum klatscht oft mit und schreit desöfteren bei den einfacheren Anfeuerungsrufen mit. Man merkt jedoch, dass es sich bei den meisten Zuschauern auf der Haupt- und Gegentribüne nicht um regelmässige Spielbesucher handelt. Bereits beim Verlesen der Mannschaftsaufstellung sieht man viele Rapid-Fans zur Matchtafel schielen, um die Namen der Spieler nachzulesen und diesen zu skandieren. Die dadurch erzeugte Verzögerung und falsch ausgesprochene Spielernamen wirken teilweise wirklich belustigend. Aus Hamburg sind vielleicht 1500 Fans angereist, der Block ist nicht ganz gefüllt. Zu Beginn sind die Hamburger gut zu hören, woraufhin sie sofort von den umliegenden Blöcken provoziert werden. Einige Rapidler werden richtig mühsam und konzentrieren sich nur noch auf dümmliche Sprüche. Zu Spielbeginn ist der HSV auf dem Feld dominant, kann jedoch keine Torchance verwerten. So kommt es, dass nach 20 Minuten das Spiel einen Umschwung bekommt und Rapid dank grossem Einsatz fortan das Spiel bestimmt. Der HSV baut je länger je mehr ab und so kommt Rapid zu drei schön herausgespielten, verdienten Toren. Am Schluss kann der HSV gar froh sein, “nur” 0:3 verloren zu haben. Nach dem Spiel wird ausgiebig gefeiert, wenn auch das Publikum eher sich selbst als den grandiosen Kampf von Rapid feiert, anders kann ich mir den recht emotionslosen Jubel bei den Toren dieser wirklich grossen Überraschung nicht erklären. Dies bezieht sich vor allem auf den Block, in dem ich sitze, die Fankurve geht natürlich anders ab. Lüku ist nach diesem Spiel natürlich ziemlich frustriert und so gehen wir nach dem Spiel direkt zu Märcu, wo wir netterweise übernachten dürfen.

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