Mittwoch, 21. Januar 2009

RCD Espanyol de Barcelona-Barcelona CF 0:0

Copa del Rey, 1/4-Finals
Estadio de Montjuïc, 21915 Zuschauer
Ground No. 995


Wenn man doch schon mal in Spanien ist, so könnte man doch nach Barcelona Fussball schauen gehen. Dies dachten sich die Frühaufsteher Lüku, Dominik, Alex und Mark, während die Vernünftigen ausschliefen und zwei fussballfreie Tage vor sich hatten. Wir hingegen wurden netterweise nach Estepona an den Busbahnhof gebracht, wo wir eine 2stündige Fahrt nach Malaga unternahmen. Vom Bahnhof aus ging es mit den schnellen AVE-Zügen (ähnlich ICE/TGV) via Madrid nach Barcelona. Pro Strecke zahlt man 10€ Zuschlag, wenn man das Interrail hat, ist aber dafür in wirklich komfortablen und schnellen Zügen unterwegs. In Barcelona angekommen, checkten wir kurz ins Hostel ein und trafen uns danach sogleich mit dem Asi Bock, welcher oben auf dem Montjuïc (sozusagen der Gurten Barcelonas) auf uns wartete. Wie man so gehört hatte, sei das Barcelona-Derby gar nicht mal so schlecht und wir erhofften uns eine würdige Derby-Atmosphäre. Beim letzten Spiel gab es wegen Pyro gar einen Spielunterbruch und auch von Deutschen Hoppern hörte man für spanische Verhältnisse sehr positive Berichte. Leider waren heute die Vorzeichen alles andere als positiv, Espanyol verkaufte zur Eindämmung der Gewalt Tickets nur an so genannte Socios (Mitglieder/Saisonkarteninhaber). Was noch schlimmer wägte, war das Gästeverbot. Die Boixos Nois hatten zwar angekündigt, dass man an 200 Karten gelangt sei und im Stadion sein werde, dies entpuppte sich jedoch nur als Bluff. Die Anhänger von Espanyol sind wie es der Klubname schon andeutet pro-spanisch und sehr nationalistisch eingestellt, gelinde ausgedrückt. Die Zaunfahne “Espanyol über alles” bestätigte diese Eindrücke. Wäre plötzlich irgendwo noch der auferstandene Franco aufgetaucht, hätte es mich nicht sonderlich überrascht. Zu Spielbeginn zeigte der Espanyol-Haufen eine komische Choreo mit blau-weissen Streifen. Danach wurde nicht schlecht supportet, aber leider fast immer nur aus der Supporter-Ecke links von der Haupttribüne. Überzeugen konnte der Wechselgesang “Puta Barça” mit der Gegentribüne. Das Olympiastadion hoch oben auf dem Hügel ist vor allem von aussen und architektonisch wunderschön anzusehen. Da Espanyol bald in ein neues Stadion zieht, sollte man sich beeilen, wenn man diesen Ground noch machen will. Innen ist das Bild von einer Laufbahn und 2 Rängen geprägt. Espanyol startete besser ins Spiel und war mehrheitlich dominierend. Barça war nur mit der 2. oder gar 3. Garnitur angetreten, und auch diese Spieler schienen für dieses Pokalspiel nicht sonderlich motiviert zu sein. Nach guten ersten 20 Minuten in der 1. Halbzeit und einigen vergebenen Chancen verflachte das Spiel ein bisschen und war erst in der Schlussphase ein bisschen besser, als auch Barça endlich ein bisschen mitspielte. Der eingewechselte Messi wirbelte wie gewohnt mit seinen unglaublichen Dribblings, welche beinahe an diejenigen von Regazzoni und Doumbia herankommen... Leider endete das Spiel torlos. Nach dem Spiel liefen wir mit den Massen den Berg hinunter, um uns noch kurz auf den Ramblas umzuschauen. Dort war trotz später Stunde noch einiges los, Schwarzhändler verkauften Dosenbier und das örtliche Gewerbe (ausschliesslich Afrikanerinnen) suchte nach Kunden. Vor allem Lüku hatte es einer Dame angetan, und sie begleitete ihn eine zeitlang Arm in Arm und machte ihm ein Angebot. Unglaubliche 10 Euro für eine orale Befriedigung waren im Angebot. Halb so teuer wie der Eintritt in den Zoo, kein Wunder geht die Kultur bei diesen Preisen zu Grunde! Aber Lukas wollte lieber mit uns ins Hostel in das wunderbare Achterzimmer kommen und dem allgemeinen Geschnarche zuhören.

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