Montag, 24. Dezember 2012

Saigon und Mekong-Delta


Nach nunmehr sechs Tagen Kambodscha hiess es Abschied nehmen (was Robyn nicht schwerfiel) und mit dem Busunternehmen unseres Vertrauens Mekong Express fuhren wir in sechs Stunden nach Ho-Chi-Minh-City, was aber nach wie vor von allen als Saigon bezeichnet wird. Für die Einreise nach Vietnam mussten wir im Voraus ein Visum lösen, was jedoch in der Schweiz kein Problem war, ausser den unverschämten Preisen. An der Grenze war auch eher Larifari angesagt und so ist die ganze Visumsache - Kommunismus hin oder her - wohl eher ein Zustupf fürs Staatskässeli. Saigon empfing uns wie vermutet mit viel viel Verkehr. Vom Bus zu unserem Hotel waren es nur 200 Meter, jedoch sind dies in Saigon je nach Standort sehr viel, da eine Strassenüberquerung hier eine Hochrisikosportart ist. Ampeln gibt es nur an den wirklich grossen Kreuzungen, und dort werden diese nicht beachtet. Für Anfänger gilt es, sich immer dem Strom der Einheimsichen anzuschliessen und diese als Schutzschild zu benutzen. Tönt asozial, ist aber eine Art Lebensversicherung. Unter diesem Link ist die Situation gut beschrieben und hier eine kleine Anleitung für Euch :-).


Unseren ursprünglichen Plan, Vietnam von Saigon im Süden nach Hanoi im Norden zu bereisen, gaben wir zugunsten von 10 Tagen Philippinen auf. So blieb uns leider nur Saigon, welches nicht einen allzuguten Ruf hat, was kulturelle Gegebenheiten anbelangt. Jedoch wollte Robyn noch unbedingt hier vorbei, da Heinz, ein  Bekannter der Familie dort eine Bar führt und sie ihm einen Besuch abstatten wollte. So machten wir am Abend unserer Ankunft einen Abstecher in die No. 5 Bar an der Rue Pasteur (viele Strassen tragen hier französische Namen), welche brechend voll war. Die Kundschaft ist westlich und von Expats dominiert, welche hier ihren Feierabend bei Bier und spärlich gekleideten Bardamen ausklingen lassen. Heinz empfing uns mit einigen Freigetränken, was wir natürlich dankend annahmen. Später führte er uns in der Stadt herum und wir liessen es uns bei einem ausgezeichneten Abendessen, welcher man sich selber auf dem Tisch braten konnte, gutgehen. Nächstentags erhielten wir eine kleine Stadtführung, allzuviele Attraktionen hat Saigon jedoch nicht zu bieten. Wir besuchten unter anderem den Wiedervereinigungspalast, die Hauptpost und die schöne Notre-Dame Kirche.



Der vorletzte Vietnam-Tag sollte uns mittels Tagesausflug ins Mekong-Delta führen. So buchten wir am Vorabend auf gut Glück solch eine Tour bei einem Reisebüro, welche eigentlich ganz ordentlich wirkte, mit Flussfahrten, Inselbesuchen usw. Aber spätestens beim Bezahlen des Reisepreises pro Person (läppische 7 US-Dollar, wir rechneten mit einem höheren Betrag) hätten wir stutzig werden sollen. Denn wo 7 USD draufsteht, sind garantiert auch 7 USD drin :-) Transport, Flussfahrt und Mittagessen inbegriffen, da muss irgendwie auch noch Geld genieriert werden. So gab es zahlreiche Stops unkultureller Art, in denen wir etwas hätten kaufen oder konsumieren sollen, halt so eine Art Kaffeefahrt, wie sie bei uns für CHF 19.95 angeboten werden. Immerhin gab es wirklich eine Fahrt auf einem Boot durch den Mekong (oder ich hoffe zumindest, dass es der Mekong war) und zusätzlich eine Fahrt auf einem kleineren traditionellen Boot durch kleine Flussmündungen, das wirkte beinahe authentisch, wären nicht die aufdringlichen Leute am Flussufer gestanden und hätten "give Money, give Money!" gerufen und wären wir nicht direkt bei einem extra für Touris konzipierten Markt gelandet :-) Aber hey, wir waren im Mekong-Delta, wir wissen zwar nicht wo genau, aber wir waren wohl dort.


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