Mittwoch, 24. Juni 2009

Time to say goodbye

23. Juni

Heute ist bereits unser zweiletzter Tag auf den Philippinen und so heisst es langsam Abschied nehmen von allen Bekannten und Verwandten. Wir schaffen es sogar, meine Familie zum Essen einzuladen und endlich auch mal etwas bezahlen zu können. Draussen regnet es Katzen und so entscheiden wir uns für ein nachmittägliches Bowling-Turnier. Simu-Simu und Phippu können den Länderkampf klar zu Gunsten der Schweiz entscheiden, Boy und ich haben ein wenig Mühe. Kommt davon, wenn man schon so lange nicht mehr Simpsons geschaut hat! Zum Abschluss des Tages erhalten wir noch einmal Bons für das Wensha Spa und kommen so erneut in den Genuss einer Massage. Meine Masseuse ist aber heute nicht so gut drauf, anders kann ich mir ihre harten Griffe trotz meiner “please soft”-Bitte erklären. Der Arsch schmerzt mich dann noch bis Singapur. Trotzdem gebe ich ihr ein grosszügiges Trinkgeld, da ich sowieso noch meine letzten Pesos loswerden muss. Die letzte Mahlzeit gibt es in einem Afrikanisch gestalteten Dschungel-Restaurant, wo die Bedienung wie auf der Safari rumläuft. Ich probiere zum ersten und auch letzten Mal Schnecken, schmeckt also nicht so toll wie ich gehofft habe. Da bleibe ich bei den Schnegges.

24. Juni

Bereits sind die 22 Tage auf den Philippinen vergangen und wir verabschieden uns von Tita Connie, Tito Rene und Kuya Rennel am Flughafen. Alle sind sich sicher, dass dies nicht der letzte Besuch auf den Philippinen war (meiner sowieso nicht), es gibt noch so viele Orte zu bereisen, z.B. die Reisterassen oder die Insel Palawan. Bei der Ausreise stellen wir dann fest, dass man für über 21 Tage Aufenthalt auf den Philippinen ein Touristenvisum braucht. Mit unserer Ankunft spätabends am 2. Juni sind wir also nun genau 4 Stunden zu lange auf den Philippinen gewesen und müssen 3000 Pesos nachzahlen, ein halbes Vermögen. Ich nerve mich, da wir erstens kein Geld haben und zweitens meine Mutter trotz mehrmaligen Nachfragen nach Visa etc. immer gesagt hat, dies werde schon gehen. Ich hätte es eigentlich wissen müssen, dass sich meine Mutter weniger für Aufenthaltsbewilligungen denn für Geschenke für die Verwandten interessiert... Ich spreche ein bisschen aufgeregt mit einigen Beamten, diese sind erstaunt, dass ich Tagalog spreche. Wir werden nun zum Big-Boss geführt und erklären unsere Situation. Dieser fragt mich, ob ich denn Filipino sei, was ich bejahe, da ich vor einigen Jahren einen Pass bekommen habe (ich hatte die Schnapsidee, als Skifahrer für die Philippinen an den Olympischen Spielen zu starten, immerhin bin ich jetzt Doppelbürger). Dieser ist jedoch letztes Jahr abgelaufen und ich habe ihn in der Schweiz gelassen. Er witzelt ein bisschen rum und fragt mich höhnisch, ob ich mich denn für mein philippinisches Blut schäme. Natürlich nicht, ich werde ein bisschen patriotisch und huldige das Blut meiner Mutter, dem Staatsgründer und schimpfe gegen Spanien. Dies scheint ihn genug zu beeindrucken, so dass wir drei Hobby-Touristen ohne Busse unsere Weiterreise nach Singapore antreten können. Eine echt komische und im Nachhinein auch lustige Geschichte, die ich so schnell nicht vergessen werde. Hier ist der Staat wenigstens noch flexibel, wenn gleich er natürlich auch sehr korrupt ist.

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