Freitag, 4. Januar 2013

One Day in Brunei



Bereits um 04.15 Uhr hiess es aufstehen, da unser Flug um 7.20 Uhr Richtung Brunei ging. Jay brachte uns bei strömenden Regen an den NAIA International Aiport, der  ohne Stau in nur 15 Minuten von Las Piñas zu erreichen ist. Dies ist auch der einzige positive Aspekt im Zusammenhang mit diesem Flughafen, ansonsten gleicht er einem Relikt aus den 50er Jahren, wo solche hässlichen Klötze möglicherweise noch zeitgemäss waren. Heute wird er nicht umsonst jedes Jahr zum schlimmsten Airport der Welt gewählt, das Terminal ist für die zahlreichen Flüge viel zu klein, vielenorts herrscht Chaos und kein Durchkommen. Die Royal Brunei Airways brachte uns in 2 Stunden zuverlässig nach Bandar Seri Begawan, guter Service mit inkludiertem Menü. Der Flieger war proppenvoll, was an den geschätzt 95% Filipino Oversea Workers lag, welche von ihren Verwandtschaftsbesuchen über Weihnachten/Neujahr zurückkehrten (auch später in Brunei hörte ich überall Tagalog, was auf eine grosse Anzahl Filipinos in Brunei schliessen lässt).

Die Einreise nach Brunei verlief problemlos, ein gutgelaunter Immigration Officer versah unsere Pässe mit einer 14tägigen Aufenthaltsgenehmigung (ohne Kosten). Der Flughafen ist nicht allzu weit vom Stadtzentrum entfernt, was bei einem solch kleinen Land wie Brunei auch nicht weiter erstaunlich ist. Taxis vom Flughafen ins Stadtzentrum haben einen Fixpreis (B$ 25, 1B$ entspricht einem Singapore $, welche übrigens auch als Zahlungsmittel akzeptiert werden), nähere Hotels können für 20 Brunei Dollars angefahren werden. Es gibt auch die Möglichkeit, mit Bussen (B$2 pro Person) in die Stadt zu fahren. Unsere Hotelwahl fiel auf das Orchid Gardens Hotel, da dieses Hotel nicht weit vom Flughafen und vor allem direkt neben Bruneis Nationalstation, wo heute Abend das Spiel stattfinden sollte, liegt. Das Hotel bietet einen kostenlosen Shuttle-Service in das Stadtzentrum und zurück an. Da es jedoch gerade Freitagmittag war, konnten wir von diesem Service nicht profitieren: Brunei ist das strengste muslimische Land in Südostasien (vor Indonesien und dem relativ liberalen Malaysia) und daher sind am Freitag alle Restaurants, Läden und sonstigen Dienstleistungsbetriebe (inkl. unserem Hotel) von 12 bis 14 Uhr zwecks Gebetsstunde geschlossen. So mussten wir auf ein Taxi (B$ 15) in die Stadt zurückgreifen, in welchem wir von einem sehr (sehr) redseligen Chinesen unterhalten wurden. In den 10 Minuten haben wir so ziemlich alles erfahren, was es im Leben zu erfahren gibt, inkl. wo und wie man Schweinefleisch in Brunei bekommt oder dass der Fahrer nicht wählerisch sei, in welchen Himmel er komme, da er ja alle Religionen okay fände. Unser Alleinunterhalter setzte uns im Zentrum Nähe der prächtigen Sultan Omar Ali Saifuddin Moschee ab.

Die prächtige Sultan Omar Ali Saifuddin Moschee

Diese gilt als Wahrzeichen der Stadt und des ganzen Landes und soll gleichzeitig eine der schönsten im ganzen asiatisch-pazifischen Raum sein. Aufgrund der bereits geschilderten Umstände war dort mächtig Betrieb und deshalb ein Besuch nicht möglich. Gleiches galt für die restlichen Sehenswürdigkeiten und Museen (nur Groundhopper und/oder Ignoranten wählen für einen Stoppover einen Freitag in einem muslimischen Land, aber so ist halt das Leben). Nichtsdestotrotz ein  wunderbarer  Anblick. Eine lange Brücke verbindet die Moschee mit dem Lagunendorf Kampong Ayer, welches unser nächstes Ziel war. Am Flussufer warten Taxiboote auf Bewohner und Touristen. Diese Taxiboote machen auch improvisierte Touren durch das überaus beeindruckende Wasserdorf, welches Tausende Einwohner beherbergt und sich über zahlreiche Kilometer dem Fluss entlang streckt. Für 25 B$ buchten wir eine solche Wassertour und unser Guide zeigte die verschiedenen Häuser (inkl. Schulen, Tankstellen, Spitälern), welche allesamt auf robusten Stelzen oder etwas ähnlichem stehen. Nach einer ersten Rundfahrt fragte uns der überaus stolze Fahrer, ob wir denn seine Schwester besuchen möchten. Da er einen sehr liebenswerten Eindruck machte sagten wir zu, obwohl wir von unseren vorherigen Erlebnissen doch etwas skeptisch waren, ob man uns nicht irgendetwas andrehen wollte oder unsere ungläubigen Körper Allah opfern würde.

Besuch einer Familie im Wasserdorf Kampong Ayer


In seinem Heim wurden wir jedoch überaus herzlich von der grossen Familie empfangen, welche gerade am Essen war. So ein Haus im Wasser bietet mehr Komfort, als es sich von aussen erahnen lässt. So gibt es frisches Leitungswasser, Elektrizität und eine grosse Küche. Nach ein bisschen Smalltalk zeigte uns der Bruder unseres Guides noch seinen kleinen Laden, in welchem man allerlei Dinge kaufen konnte. Ob wir nun etwas hätten kaufen sollen war uns nicht ganz klar, aber ein 50 Kilo Sack Reis wäre eher unpraktisch für unsere weitere Reise gewesen. Aber scheinbar waren diese Leute einfach stolz darauf uns zu zeigen, wie und wo sie genau lebten. Nach einem gemeinsamen Erinnerungsfoto fuhren wir wieder an Land und warteten auf die Öffnung der Läden um 14 Uhr, da der Magen knurrte. Nebst ein paar Läden hat die Innenstadt nicht viel zu bieten und aufgrund der Nichtöffnung der Museen/Moscheen fuhren wir mit dem Bus zu „The Mall“, wo ein relativ grosses Einkaufszentrum (oh Wunder, wer hätte das gedacht) steht, wo wir uns die Zeit vertrieben, bis uns am Abend ein Shuttlebus zu unserem Hotel zurückbrachte. Am Abend stand dann das folgende Fussballspiel an:

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